Travelers – Die Reisenden

Netflix schickt eine neue Science Fiction Serie ins Rennen und diesmal geht es um Zeitreisen! Na, wenn das keine gute Nachricht ist; gibt es doch noch nicht genug Serien mit diesem Hintergrund und fast jede SF- Serie die etwas auf sich hält, hat mindestens eine Episode mit diesem Thema…

Die titelgebenden Reisenden kommen aus einer nicht sehr gemütlichen Zukunft. Der Leidensdruck der Überlebenden ist so groß, dass man sich gegenseitig in die Vergangenheit zurückschickt um den Lauf der Geschichte zu verändern. Dazu wird das Bewusstsein dauerhaft in Körper von Menschen transferiert, die kurz vor ihrem Tod stehen.

Das alleine führt im Laufe der ersten Staffel zu vielerlei Problemen. Denn mit dem Körper übernehmen die Zeitreisenden auch das Leben ihres Wirts. Gleichzeitig erhalten sie Missionen, welche die Zukunft positiv beeinflussen sollen. Das passt nicht immer in den Zeitplan von Schülern, alleinerziehenden Mütter oder Drogensüchtigen.

Episode 1 nimmt sich sehr viel Zeit die Figuren vorzustellen. Aber das Warten lohnt sich, denn die erste Folge endet mit einem interessanten Kniff. Natürlich schaut man weiter und schon bald entpuppt sich die Serie als recht spannend und vielschichtig. Denn die gesammelten Informationen über die Vergangenheit sind nicht immer zuverlässig. Zudem kommt hinzu, dass nicht alle Reisenden am gleichen Strang ziehen.

„Travelers“ ist irgendwo zwischen „Twelve Monkeys“ und „Quantum Leap – Zurück in die Vergangenheit“ angesiedelt. Gegenüber Letzterem besteht der große erzählerische Vorteil der Serie darin, dass die Zeitreisenden dauerhaft in den neuen Körpern bleiben. Es gibt auch nicht das klare und eindeutige Ziel um die Menschheit zu retten, wie zum Beispiel Bruce Willis Suche nach dem Ausbruch der globalen Virenkatastrophe, denn die Informationen über die Zukunft bleiben im Dunkeln. Fast könnte man meinen auf der anderen Seite von „Akte X“ gelandet zu sein und die Reisenden sind Hirngespinste von Spooky Mulder. So bleibt der Finger gegen Ende jeder Episode am Abzug der Fernbedienung um weiter zu schauen.

Schöpfer Brad Wright hat mit den „Stargate“- Serien bereits einige Erfolge verbuchen können und bleibt dem Genre treu. „Travelers“ wird von Netflix und dem Sender Showcase produziert und hat im Dezember Premiere auf Netflix.

Stranger Things

Rollenspiele und BMX- Räder werden sofort mit den 80er Jahren assoziiert. Eine Zeit in der das Kino mit „E.T.“, „Blade Runnder“ und “STAR WARS“ die Vorstellungskraft der Menschen erweiterte. Unsere Gegenwart mit Internet, mobilen Endgeräten und sozialen Netzwerken war noch weit entfernt. Aber es gab auch damals schon die Furcht vor den neuen Technologien und Möglichkeiten, die letztendlich in Serien wie „Akte X“ kulminierte.

Stranger Things führt uns zurück in diese Welt. Jugendliche sitzen im Keller und spielen „Dungeons & Dragons“ statt sich online in Ego-Shootern zu jagen. Eine Welt in der Telefone noch an Schnüren hingen und doch nicht alles in Ordnung ist. In der Kleinstadt Hawkins verschwindet ein kleiner Junge. Seine drei besten Freunde machen sich auf die Suche, finden jedoch stattdessen ein außergewöhnliches Mädchen und verstecken sie im Keller. Schnell finden sie heraus, dass ihr Gast etwas mit dem Verschwinden ihres Freundes in Verbindung steht.

Das besondere an Stranger Things ist nicht das bis ins kleinste Detail arrangiere Set oder die ausgezeichneten Darsteller, sondern die Art und Weise wie die Geschichte erzählt und die Bilder eingefangen werden. Es passt einfach und eine völlig neue Geschichte wird mit den gleichen Stilmitteln erzählt, die uns schon Klassiker wie „The Goonies“ oder „Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers“ brachte.
Winona Ryder spielt die Rolle der Mutter des verschwundenen Jungen mit einer schauspielerischen Kraft, die erahnen lässt warum sie selbst eine Ikone der 80er wurde. Selbstverständlich fügt sich auch der Soundtrack der Serie perfekt in das Werk ein.

Stranger Things ist Fernsehunterhaltung, so wie man sie sich wünscht. Der Plot ist am Ende nicht zu kompliziert, aber alle Zutaten sind gut ausgewählt und machen eine gute Serie aus. Wer jetzt noch kein NETFLIX- Abo hat, sollte zumindest den kostenlosen Probemonat nutzen um die in sich abgeschlossene Serie zu verschlingen.