STAR WARS Episode VII – Das Erwachen der Macht

Remakes oder Reboots sind ganz bestimmt nichts Schlechtes! Ganz im Gegenteil. Mission Impossible, James Bond mit Daniel Craig und die neuen STAR TREK Filme sind grandios. Letztere wurden von J.J. Abrams mit großem Erfolg wiederbelebt und so war die Hoffnung nicht unbegründet, dass er auch STAR WARS weiterbringen wird.

Remakes oder Reboots sollte man allerdings als das bezeichnen was sie sind: Alte Geschichten, mit neuen Gesichtern, schnelleren Schnitten und wahnsinnigen Trickeffekten. Kurzum, modernisierte Fassungen der Originale.

Ist das Erwachen der Macht die langersehnte Fortsetzung des Krieg der Sterne und die Wiedergutmachung für Jar Jar Binks?
Freilich ist STAR WARS Episode 7 ein finanzieller Erfolg, aber ist er auch inhaltlich der große Wurf?
Bringt er das STAR WAS Universum weiter?

Weit gefehlt. Selten zuvor ist ein Film seinen inhaltlichen Erwartungen nicht gerecht geworden.
Wenn man wie Disney beispiellos den Mantel des Schweigens über die Story des möglicherweise erfolgreichsten Films der Weltgeschichte wirft, dann darf man doch einiges erwarten?

Episode 7 ist unter dem Strich die billige Wiederholung von Episode 4, dem ersten Film der Originaltrilogie. Die Versatzstücke der Vorlage wurden weitgehend übernommen. Ebenso wie zahlreiche Kameraeinstellung, Zitate und natürlich die Musik.
Bereits nach wenigen Minuten beschleicht den Zuschauer das Gefühl: Ja, das habe ich schon mal gesehen. Und je länger der Film dauert, es wird einfach nicht besser. Unschuld vom Lande, fiese Händler auf Wüstenplaneten, eine junge Frau die gerettet werden muss, ein Mentor der seinen Schützling unter die Fittiche nimmt, ein Bösewicht hinter dunkler Maske sowie niedliche Roboter und eine unglaublich gefährliche Waffe…

Sicher, STAR WARS hat nie den Anspruch erhoben wissenschaftlich korrekt zu sein oder Archetypen auszusparen. Junge naive Helden, sympathische Schurken, ein übermächtiger Fiesling und die schöne Prinzessin gehören einfach zu einem guten Märchen. Auch wenn sie so auch in unzähligen anderen Geschichten vorgekommen sind.

Aber die Darsteller der Original- Trilogie waren auf ihre Art glaubwürdig. Im Erwachen der Macht können die Protagonisten plötzlich Dinge aus heiter Luft, für die Luke Skywalker Jahre intensives Training oder Han Solo unzählige Flugstunden benötigte. Wichtige Gegenstände stehen auf einmal in der Gegend oder liegen in Kisten herum.

Demnächst wird sich die Aufregung über den Film legen. Dann fängt man vielleicht an, den Film etwas kritischer zu beurteilen. Und dann stellt man fest, dass Abrams bei weitem nicht den Charme, noch die Innovation von George Lucas einfangen konnte.
Ich wäre gerne mit großer Vorfreude auf Episode 8 aus dem Kino gekommen. Leider kam es anders. Möge die Macht mit STAR WARS sein.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES

In Australien haben die Dreharbeiten zu Disney und Jerry Bruckheimer Film PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES begonnen. Unter der Regie von Espe Sandberg und Joachim Rønning entsteht der fünfte Teil des von der Disneyland-Attraktion inspirierten Blockbuster-Franchises, das bisher weltweit 3,7 Milliarden Dollar eingespielt hat.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES wird komplett in den Village Roadshow Studios und an Originalschauplätzen in Queensland, Australien gedreht. Johnny Depp nimmt seine Oscar®-nominierte Paraderolle des Jack Sparrow wieder auf. Ihm zur Seite stehen neue Darsteller wie Oscar®-Gewinner Javier Bardem (NO COUNTRY FOR OLD MEN, SKYFALL), die aufstrebenden Jungdarsteller Kaya Scodelario (MAZE RUNNER), Brenton Thwaites (MALEFICENT, HÜTER DER ERINNERUNG) und Golshifteh Farahani (EXODUS). Als bekannte Gesichter sind wieder dabei: Oscar®-Gewinner Geoffrey Rush als Barbossa, Kevin R. McNally als Joshamee Gibbs und Stephen Graham als Scrum. Jack Sparrow findet sich in einem völlig neuen Abenteuer wieder: Tödliche Geister-Piraten, angeführt von seinem alten Erzfeind, dem furchteinflößenden Captain Salazar (Bardem), entkommen aus dem „Teufels-Dreieck“ und sollen jeden Piraten auf See töten – einschließlich Jack Sparrow. Seine einzige Überlebenschance besteht darin, den legendären „Dreizack des Poseidon“ zu finden, ein mächtiges Artefakt, das seinem Besitzer völlige Kontrolle über die Meere verleiht.

PIRATES OF THE CARIBBEAN: DEAD MEN TELL NO TALES wird produziert von Jerry Bruckheimer nach einem Drehbuch von Jeff Nathanson (CATCH ME IF YOU CAN, INDIANA JONES UND DAS KÖNIGREICH DES KRISTALLSCHÄDELS). Die ausführenden Produzenten sind Chad Oman, Joe Caracciolo Jr. und Brigham Taylor.

INTO THE WOODS

INTO THE WOODS ist die mitreißende, moderne Verfilmung einiger der beliebtesten und bekanntesten Märchen. Hochkarätig besetzt, sowie komisch und gefühlvoll zugleich, verknüpft der Film die klassischen Erzählungen von Aschenputtel, Rotkäppchen, Rapunzel und Hans und die Bohnenranke zu einer ganz neuen Geschichte rund um einen Bäcker und seine Frau, ihren Wunsch nach Kindern und den Fluch, den eine Hexe auf sie gelegt hat. „Gib acht, was du dir wünschst“ – die Handlung von INTO THE WOODS wirft einen ganz neuen Blick auf die vertrauten Märchenfiguren. Nicht alle Mittel sind legitim, selbst wenn sie zum Erfolg führen. Und nicht alle erfüllten Wünsche machen immer sofort glücklich…

Rob Marshall, Regisseur des Oscar®-prämierten Filmmusicals CHICAGO und von PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN, verfilmte den Welterfolg mit einem fulminanten Starensemble: Als böse Hexe, die eigentlich nur ihre Schönheit wiedergewinnen will, verflucht Oscar®-Gewinnerin Meryl Streep (IM AUGUST IN OSAGE COUNTY, DER TEUFEL TRÄGT PRADA) den Bäcker James Corden (ONE CHANCE – EINMAL IM LEBEN) und seine Frau Emily Blunt (EDGE OF TOMORROW, LOOPER). Anna Kendrick (UP IN THE AIR, PITCH PERFECT) schlüpft auf der Suche nach ihrem Märchenprinzen, der von Chris Pine (STAR TREK, JACK RYAN: SHADOW RECRUIT) verkörpert wird, in Aschenputtels Schuhe. Johnny Depp (PIRATES OF THE CARIBBEAN-Reihe, SWEENEY TODD, LONE RANGER) hat als böser Wolf ein Auge auf Rotkäppchen geworfen, die erste Filmrolle von Lilla Crawford („Annie“). In weiteren Rollen sind Daniel Huttlestone (LES MISÉRABLES), Golden Globe Gewinnerin Tracey Ullman (CORPSE BRIDE – HOCHZEIT MIT EINER LEICHE), Christine Baranski (MAMMA MIA, CHICAGO), MacKenzie Mauzy (BROTHER’S KEEPER) und Billy Magnussen („Boardwalk Empire“) zu sehen. Das Drehbuch lieferte James Lapine, der 1988 für „Into the Woods“ den Tony® Award für das beste Musical Libretto erhielt. Das Musical „Into the Woods“ feierte am 5. November 1987 im Martin Beck Theater am Broadway Premiere. Die Produktion war in 764 Vorstellungen zu sehen und gewann den Tony® Award für die „Beste Originalmusik“, das „Beste Musical Libretto“ und die „Beste Hauptdarstellerin in einem Musical“ (Joanna Gleason). In der Kinofassung können sich die Zuschauer nun neben bekannten Liedern aus der Originalproduktion wie „Children Will Listen“, „Giants in the Sky”, „On the Steps of the Palace”, „No One Is Alone” und „Agony” auf einen neuen Song freuen, den Stephen Sondheim extra für die Filmadaption verfasst hat.

INTO THE WOODS ist ab dem 19. Februar 2015 im Kino.

Die Frau in Schwarz

Die meisten Filmfans kennen die klassischen Filme der Hammer Films Productions die zwischen den 1930er bis in die 1980er Jahre gedreht wurden. Viele Filme des legendären britischen Studios waren dem Grusel- oder Horror- Genre zuzuordnen. Nicht wenige wurden zu Klassikern, andere wirken heutzutage recht seltsam. Zu den bekanntesten Stars dieser Filme gehören sicherlich Peter Cushing sowie Christopher Lee. Ohne Zweifel kann man behaupten, dass Frankenstein und Dracula ohne Hammer heute nicht so populär wären. Ende der 80er Jahre kam es allerdings zu einer finanziellen Schieflage, was das vorläufige Ende des Unternehmens bedeutete.

2007 wurde das Studio zu neuem Leben erweckt. 2010 folgte ein Achtungserfolg mit dem Remake „Let Me In“, der Neuverfilmung des schwedischen Originals „So finster die Nacht.“

Bereits 2009 wurde die Verfilmung des erfolgreichen Romans „The Woman in Black“ von Susan Hills angekündigt. Die Vorlage scheint direkt aus dem frühen 19. Jahrhundert entsprungen, erschien jedoch erst im Jahr 1983. Auch auf der Bühne ist „The Woman in Black“ sehr erfolgreich, bietet das Stück doch viel Handlungsspielraum für den jeweiligen Hauptdarsteller.

Ein Coup des Studios war zweifelsohne die Verpflichtung von Daniel Radcliffe, der als Harry Potter in den vergangenen Jahren ein Millionenpublikum begeistern konnte. Lady in Black, in Deutschland als „Die Frau in Schwarz“ im Kino, wurde mit einem Budget von nur 15 Millionen US-Dollar und dem Einspielergebnis von mehr als 120 Millionen US-Dollar zu dem erfolgreichsten britischen Horrorfilm der letzten 20 Jahr! Dementsprechend kann man durchaus behaupten, dass Hammer Films wieder dort angekommen ist, wo viele Fans das Label gerne sehen.

Aber ist der Film nur erfolgreich, weil Daniel Radcliffe in der Hauptrolle zu sehen ist? Man täte dem Film wirklich Unrecht. Radcliffe spielt die Rolle des jungen verwitweten und alleinerziehenden Anwalts Arthur Kipps ausgesprochen gut. Natürlich sieht man im ersten Moment, auch aufgrund des altenglischen Settings und der Dampflokomotiven, kurz den Harry in ihm aufblitzen.

Schon wenig später ist das alles vergessen. Der an sich selbst zweifelnde und immer noch trauernde Vater wird in ein kleines britisches Dorf an der Küste geschickt um den Nachlass einer Verstorbenen zu regeln. Er erreicht das kleine Dorf und wird von Anfang an mit Misstrauen und Ablehnung konfrontiert. In dem alten Haus auf einer kleinen Insel untersucht er die verblichenen Dokumente und kommt einer Familientragödie auf die Spur. Schnell findet er heraus, dass sich hinter den Mauern der alten Häuser seltsame Dinge verbergen und das er einiges mit der titelgebenden dunklen Lady gemeinsam hat. Nebel, Schatten im Dunkeln sowie geisterhafte Fratzen am Fenster sind die klassischen Zutaten des Films und funktionieren noch immer! Es bedarf keinem übermäßigen Einsatz von Blut oder anderen Schockelementen um Spannung aufzubauen. Trotzdem weiß der Zuschauer sehr schnell: Irgendetwas ist dort Draußen im Marschland und es ist verdammt gefährlich und unheimlich wütend! Arthur Kipps hat nicht mehr viel zu verlieren und so versucht er unter Einsatz seines Lebens dem Schrecken ein Ende zu bereiten. Das nimmt man ihm ab!

Ein wirklich guter Film zum Gruseln! Die Hammer Film Productions sind in der Gegenwart angekommen. Mehr Filme dieser Art und der britische Horror gibt in dem Genre wieder den Ton an.

Snow White and the Huntsman

Gleich zwei Filme versuchten 2012 das Märchen von Schneewitchen neu zu interpretieren. Während Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen eher satirisch die Geschichte von der bildschönen Prinzessin erzählte, geht Snow White and the Huntsman einen völlig anderen Weg: Dunkel, kalt und brutal ist das Land nach der Machtergreifung durch die böse Königin. Es fließt viel Blut in dem Film. Mit Gefangenen wird nicht ziemperlich umgegangen. Von der Leichtigkeit des Märchens in bunten Farben ist nichts mehr zu sehen.

Mit dem Pfund Charlize Theron in einem Film muss man wuchern. So wird ihr im ersten Teil des Films viel Raum gelassen. Ihre Geschichte und ihre Motive werden ausführlich dargestellt und fast hat man Mitleid mit ihr. Interessant Theron und Julia Roberts in zwei unabhängigen Filmen die gleiche Rolle völlig unterschiedlich spielen zu sehen. Und natürlich muss man die Meinung des „Spiegels“, bzw. filmübergreifend der „Spiegel“, nicht teilen wenn es um die Frage der Schönsten im ganzen Land geht. Zur Wahl stehen immerhin Julia Roberts und Lily Collins sowie Kristen Stewart und Charlize Theron.

Überhaupt drängt sich nach vielen Minuten irgendwann die Frage auf, warum die Produzenten das Vehikel des grimmschen Märchens nutzen um ihre Geschichte zu erzählen. Snow White and the Huntsman ist viel näher an „Legende“ oder dem „Der Herr der Ringe“, als an familientauglichen Erzählungen aus dem Hause Disney. Manche Szenen und Einstellungen wirken tatsächlich wie Zitate aus Peter Jacksons Meisterwerk.

Wie einst die Jungfrau von Orleans führt Kristin Stewart das Heer der Guten in die Schlacht, nicht ohne vorher wie Aragorn eine flammende Rede gehalten zu haben. Neben ihr reitet ein Huntsman, dargestellt von Chris Hemsworth, der nach persönlichen Verlusten erst dem Alkohol und dann der Protagonistin verfallen ist. Der obligatorische Prinz ist natürlich auch mit von der Partie, auch wenn er es nicht in den Titel des Films geschafft hat. Vielleicht wird es irgendwann mal einen Film mit Kristen „Bella“ Stewart geben, in dem sie nicht zwischen zwei Helden wählen muss?

Snow White and the Huntsman ist trotz allem ein fantastischer Film der viele Elemente der klassischen Fantasy- und Abenteuerfilme aufgreift. Die Reise durch dunkle Wälder, feindliche Gegenden sowie magischen Lichtungen gehört ebenso dazu wie die strikte Trennung von Gut und Böse. Wieso das darbende Königreich auf die heilbringende Prinzessin wartet klingt jedoch arg an den Haaren herbeigezogen.

Landschaftsaufnahmen, Kampfchoreographie und Ausstattung sind über jeden Zweifel erhaben. Dennoch hat man manchmal das Gefühl der Film ist aus einer anderen Zeit. Erzählstil, Kameraführung und Schnitt wirken teilweise überholt und episodenhaft. Kristen Stewarts Prinzessin wird allen gefallen die auch Bella Swan in den Twilight- Filmen gut fanden. Manche werden ihre Ausdrucksweise vielleicht nicht als einer Prinzessin würdig empfinden. Dennoch war der Film erfolgreich genug und eine Fortsetzung, diesmal mit einem neuen Regisseur, ist bereits in der Planung. Fast alle Hauptdarsteller sollen in der Fortsetzung wieder dabei sein. Wir sind sehr gespannt, ob sich darin Huntsman oder Prinz in einen Hund verwandeln können…