Michael Ende gehört zu recht zu den erfolgreichsten deutschen Autoren. Die Abenteuer von Jim Knopf und Momo sind fast jedem Kind bekannt, aber gerade die "Die unendliche Geschichte" ist ein Beispiel für die Fantasie des leider viel zu früh verstorbenen Autors. Im Folgenden wollen wir einen kleinen Blick in die Welt Phantasien werfen.
Der zehnjährige "Balthasar Bux" flüchtet vor seinen Klassenkameraden in ein Antiquariat und entdeckt dort ein wundersames Buch. Mit dem Buch "Die unendliche Geschichte" erlebt er zuerst nur passiv die phantastischen Abenteuer des Helden "Atréju", wird jedoch immer tiefer in die Geschichte gezogen und rettet am Ende sogar die "Kindliche Kaiserin" und das Reich "Phantásien". Nur mit großer Mühe gelingt es ihm das Reich "Phantásien" wieder zu verlassen um sich der eigenen Realität zu stellen.
Diese kurze Beschreibung des Inhalts kann die unglaubliche Tiefe des Romans natürlich überhaupt nicht widerspiegeln. Michael Ende ist mit dem Roman ein Kultbuch gelungen, welches jetzt schon seit Jahrzehnten Erwachsene und Jugendliche gleichsam in seinen Bann schlägt. Wer wurde nicht schon einmal von einer Geschichte mitgerissen und hat sich vorgestellt ein Teil der Geschichte zu werden? Genau dieser Kampf zwischen Realität und Fantasie wird in der Geschichte erkennbar thematisiert. So wie "Balthasar Bux" möchte man diese Traumwelt nicht mehr verlassen und ewig dort bleiben. Das Buch selber stellt den Dialog zwischen den Welten anschaulich dar. Die Rahmenhandlung ist in rot gedruckt, während die Geschichte aus "Phantásien" in grün zu lesen ist.
Der Roman wurde bereits kurz nach seinem Erscheinen im Jahre 1979 zu einem Bestseller. 1983 war es denn auch soweit, dass der Stoff auf die große Leinwand gebracht wurde. Gerade an diesem Beispiel zeigt sich jedoch wieder, dass Film und Vorlage meist weit auseinander liegen. So verwundert es auch nicht, dass Michael Ende sich nach anfänglicher Freude von der Verfilmung distanzierte. Auch einen anschließenden Rechtsstreit konnte er nicht verhindern, so kam der Film, in seinen Augen nur Kitsch und Kommerz, 1984 in die Kinos. Dabei war Michael Ende nicht grundsätzlich ein Autor der die Medien Film und Fernsehen verabscheute. Die Verfilmung von Momo (1986) traf zwar auch nicht seinen vollen Geschmack, aber er war damit schon deutlich zufriedener.
Das soll nicht heißen, dass der Film "Die unendliche Geschichte" schlecht ist. Der Film selber ist mittlerweile auch ein Klassiker und den berühmten Flug auf dem Glücksdrachen kennt fast jeder. Besonders beachtenswert ist auch der Soundtrack von Klaus Doldinger. Mit unglaublicher Geschicktheit hat er mit zeitgemäßer Technik einen stimmungsvollen und mitreissenden Soundtrack kreiert. Für die US-amerikanische Version wurde der Soundtrack gemeinsam mit Giorgio Moroder angepasst, dort ist auch der Titelsong "Neverending Story" von Limahl enthalten.
An den Kinokassen blieb der Erfolg, trotz Michael Endes Einsprüchen, ebenfalls nicht aus und so wurden noch zwei Fortsetzungen produziert. Leider haben "Die unendliche Geschichte 2 - Auf der Suche nach Phantásien" (1989) und "Die unendliche Geschichte III" (1994) noch weniger mit der Vorlage zu tun und können von ihrem Charme her nicht an den ersten Teil heranreichen. [Celethoron]



Neverending Story

