Als wir das erste Mal von der neuen Starz Serie Camelot hörten, fragten wir uns natürlich zurecht: Schon wieder die Artus Legende? Gibt es nicht schon genug gute Spielfilme, TV-Serien und Bücher zu dem Thema?
Zuerst fällt einem die legendäre Verfilmung Excalibur aus dem Jahr 1981 ein, welche für viele nachfolgende Fantasy Filme als stilistisches Vorbild galt. Das Buch „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley erzählt die Geschichte von Artus aus der Sicht seiner Halbschwester Morgaines/Morgana und wurde ebenfalls in den 80er Jahren ein großer Welterfolg.
Auch in der jüngsten Vergangenheit hat der Mythenstoff noch nichts von seiner Anziehungskraft verloren. „King Arthur“ und „Die letzte Legion“ suchten den Ursprung der Legende im alten Rom, während die TV Serie „Merlin – Die neuen Abenteuer“ seit 2008 im britischen TV das Thema für ein jugendliches Publikum aufbereitet.
Ein Blick auf die Besetzungsliste erklärt sofort, weshalb man sich die modernisierte Version der Sage trotz des großen Angebots ansehen sollte. Das Bond-Girl Eva Green schlüpft nach „Der goldene Kompass“ wieder in die Rolle der Hexe. Als machthungrige Morgan hat sie es auf den Thron von Uther Pendragon abgesehen und ist bereit auch ihren Körper in sprichwörtlich jeder Form einzusetzen. Ihr Ziel ist zum greifen nah als Joseph Fiennes, in der Rolle des Merlin, den unbekannten Bauernjungen Artus präsentiert. Jamie Campbell Bower, der den jungen und unerfahrenen König spielt, ist in dem Genre Fantasy jedoch nicht unbekannt. Er spielte bereits in der Harry Potter Verfilmung mit und stellte Caius in „The Twilight Saga: New Moon“ dar. Igraine, die Witwe des alten Königs und Mutter von Artus, wird von Claire Forlani (Rendezvous mit Joe Black) dargestellt.
Das Verhältnis von Artus und seiner Halbschwester Morgan stellt den Dreh und Angelpunkt der Serie dar. Es wird sehr schnell deutlich, dass Gut und Böse eben doch nicht so einfach zu unterscheiden sind. Beide haben ihre Ziele und verfolgen sie ohne Rücksicht. Dabei hat Artus jedoch nicht nur Camelot und das Wohl seines Landes im Sinn, sondern vor allem die schöne Guinivere (Tamsin Egerton).
Die Serie greift viele gute Ideen der vorangegangenen Interpretationen auf und verknüpft diese geschickt miteinander. Kenner der Mythologie werden durch interessante Varianten der Geschichte überrascht. Besonders hervorzuheben ist die Entstehung des Schwerts Excalibur, welche in dieser Form bisher noch nicht da gewesen ist.
Merlin rückt vor dem Hintergrund des Geschwisterkampfs oft in die zweite Reihe, was ihn am Ende jedoch noch geheimnisvoller macht.
Natürlich kämpft die Serie auch mit den Zwängen des Formats. Auch wenn der Handlungsstrang in jeder Episode weiter getragen wird, sind die einzelnen Folgen weitgehend in sich abgeschlossen. Das führt manchmal zu bemerkbaren Temposchwankungen und der Zuschauer fragt sich, warum der eine oder andere Gedanke nicht zu Ende gebracht wurde.
Die erste Staffel der Serie Camelot ist jetzt auf BlueRay und DVD. Fans von mittelalterlicher Fantasy werden gut unterhalten.





