
Eigentlich haben sie alles richtig gemacht! Angesichts der großen Aufmerksamkeit durch das weltweite Publikum, und angespornt durch den kommerziellen Erfolg des Vorgängers, ließ man bei der Produktion von New Moon, der Verfilmung des zweiten Romans der Twilight-Saga rund um die Liebesgeschichte von Bella und Edward von Stephenie Meyer, nichts dem Zufall überlassen. Die Darsteller standen diesmal unter der Regie des erfahrenen Mainstream-Regisseur Chris Weitz, der Soundtrack wurde von dem bewährten Komponisten Alexandre Desplat beigesteuert und der Film mit aktuellen und stimmigen Songs unterlegt. Insgesamt wirkt die Produktion professioneller, die Trickeffekte sind deutlich besser und der Volturi-Clan wurde mit bekannten Schauspielern (Michael Sheen und Dakota Fanning) besetzt.
Und trotzdem funktioniert es diesmal nicht so richtig. Liegt es etwa daran, dass der Charme der Independent-Produktion des ersten Teils zwischen die Zahnräder Hollywoods geraten ist? Ist der Reiz der verbotenen Romanze zwischen einer Sterblichen und einem Vampir verflogen und gab die Romanvorlage überhaupt genügend her?
Vielleicht ist von allem etwas dabei, aber besonders der letzte Punkt dürfte ausschlaggebend für das vorliegende Endergebnis sein. Was im Roman gut funktioniert, nämlich das Innenleben von Bella und ihren großen Verlust darzustellen, ist nur schwer in bewegten Bildern zu erfassen. Vieles spielt sich in der Vorlage im Kopf von Bella, beziehungsweise vor dem inneren Auge des Lesers, ab und Chris Weitz hat das Möglichste geschafft um in Rückblenden, in der Art von Tagebucheinträgen vorgelesenen Nachrichten oder imaginären Edwards diese Gedanken auf die große Leinwand zu bringen.
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Erst im letzten Drittel des Films, in dem die bereits erwähnten Volturi auftreten, kommt wieder Fahrt in die Geschichte und gibt einen Vorgeschmack auf die Verfilmung des dritten Romans: Eclipse. Wenn die Zutaten die gleichen bleiben, dann dürfte der nächste Teil der Twilight-Saga wieder Kinogänger und Leseratten zusammenbringen. Fans von Bella und Edward müssen den Film sehen, alle anderen sollten ihn als Prolog für den nächsten Teil sehen. Für einen handwerklich gut gemachten Film gibt es daher drei Elendil-Blätter.
Bildmaterial: © 2009 Concorde Filmverleih GmbH





