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The Spirit

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Es gibt Genres, die sind einfach nicht tot zu kriegen. Sie fristen in einen Jahr ein Nischendasein und im nächsten sind sie plötzlich wieder ganz groß und überall präsent. Der Film Noir ist so ein Genre. Seit Humphrey Bogart 1941 als Privatdetektiv Sam Spade unter der Regie von John Huston der "Spur des Falken" nachjagte, ist der Film Noir in vielfältiger Form über die Leinwände dieser Welt geflimmert und nicht nur das. Sein Einfluss reicht viel tiefer in die Welt der Kreativen.

Eine ganze Reihe Schriftsteller und Comiczeicher geben offen zu, vom Film Noir entscheidend geprägt zu sein. Einer von ihren hat in den letzten Jahre den Schritt zum Drehbuchautor und Regisseur gewagt: Frank Miller. Die Kinoadaptionen seiner Comichelden haben zahlreiche Kinosäle, sonst eher mau besucht, gefüllt: Batman, Spiderman, Robocop, Daredevil. Zunehmend gewann Miller, der im richtigen Leben tatsächlich ein wenig so aussieht, wie eine verschmitze Version der Horrorfigur Freddy Krueger, wohl gefallen an der Filmarbeit und hat nun nach "Sin City" ein zweites Mal Regie geführt.

Die Comicvorlage zu "The Spirit" ist aber nicht von ihm selbst, sondern von Will Eisner, der in den 40er und 50er Jahren die Szene in den USA und später wohl auch den jungen Miller stark beeinflusst hat.

"The Spirit" ist als Comic eine einfache aber kraftvoll umgesetzte Superheldengeschichte. Der Polizist Danny Colt (im Film gespielt von Gabriel Macht) wird erschossen, wacht aber in seinem Grab wieder auf und stellt fest, dass er nicht sterben kann. Nun ist er "The Spirit". Verletzungen heilen bei ihm schneller als man sie ihm zufügen kann, aber er hat nicht die geringste Idee, warum das so ist. Also geht "The Spirit" wieder seinen alten Beruf nach und jagt Gangster, die gegen ihn nicht den Hauch einer Chance haben. Nur einer ist ihm gewachsen: Octopus, ein genialer aber psychopatisch veranlagter Wissenschaftler (Samuel L. Jackson), der neben seinen Drogengeschäften die Weltherrschaft und die Unsterblichkeit anstrebt, wie es sich für einen Superschurken eben gehört. Natürlich hat Octopus eine bildhübsche Assistentin, Silken Floss (Scarlett Johannsen), die als Rechte Hand des Bösen soviel Wärme wie ein Eisschrank ausstrahlt. Im Laufe des Filmes trifft "The Spirit" seine alte Jugendliebe Sand Saref (Eva Mendes) wieder, knüpft zarte Bande zu der Ärztin Ellen Dolan (Sara Paulson), die im immer helfen möchte, aber nicht kann, weil sein Wunden schon geheilt sind, und liefert sich Duelle mit Octopus. Langsam wird klar, warum die beiden Kontrahenten so stark sind...

Was als Comic durch die Kraft der Bilder und ihre Stimmung lebt, wirkt als Film aber leider sehr statisch. Die surrealen Sequenzen in "The Spirit", oft in Trickfilmtechnik umgesetzt oder verfremdet, werden Comicfreunde sicher entzücken, aber andere Zuschauer verwirren und vor den Kopf stoßen. Der Rest der Handlung folgt üblichen Mustern und ist leicht vorhersehbar. Reduktion kann durchaus ein gutes Stilmittel sein, aber irgendwan bleibt nichts mehr übrig, dass die Stimmung trägt. Da nutzt auch die für den Film Noir typische Stimme des Helden aus dem Off wenig. Einzig der krasse Kontrast zwischen dem quirligen, völlig über alle Stränge schlagenden Octopus, und seiner unterkühlten, aber brillanten Assistentin Floss, verleiht dem Film ein bisschen morbiden Charme.

Vielleicht wollte Frank Miller mit aller Macht einen neuen Kultfilm schaffen. Und vielleicht wird "The Spirit" das in ein paar Jahren auch sein. Im Moment gibt es aber einfach Besseres auf der Leinwand.

Zwei von fünf Sternen.

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Juli 2010 um 13:04 Uhr  


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