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Babylon A. D. [Review]

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schroeder hat sich für uns ins Kino gewagt und den Film Babylon A. D. von Mathieu Kassovitz, Regisseur von "Die purpurnen Flüsse" (2002) und "Gothika" (2003), angeschaut und berichtet hier von seinen Eindrücken. Der Film beruht auf dem Roman Babylon Babies von Maurice G. Dantec:

Eigentlich hätte Babylon A. D. ein richtig toller Film werden können. Zwei Weltstars (Vin Diesel als Söldner Toorop und Gerard Depardieu) plus ein interessanter Plot (Held schafft geheimnisvolle junge Frau gegen alle Widerstände ins gelobte Land) sollten doch eigentlich dafür ausreichen, aber gut gemeint ist manchmal eben doch das Gegenteil von gut.

Leider sind die "Söldner spielt Aufpasser"-Geschichten auch in der Zukunft zu leicht voraussehbar, deshalb leben sie fast immer von überwältigen Bildern. Gerade die fehlen Babylon A. D. aber über weite Strecken. Zu rasante Schnittfolgen in den meisten Actionszenen verschleiern mehr, als dass sie Spannung verbreiten. Im verarmten Russland der nahen Zukunft fährt jeder Zweite einen Panzer und an jeder Ecke steht ein Hubschrauberwrack, das wirkt schlicht unglaubwürdig. Die Eröffnungsszene im Söldnerlager ist einfach zu lang.

Zwischen diesen Schwächen blitzt aber immer wieder auf, wie vielschichtig und wie spannend Babylon A. D. eigentlich hätte sein können. Gerard Depardieu ist göttlich in der Rolle des Söldnerführes und Mafiabosses Gorsky: charmant, süffisant, sarkastisch, glupschäugig. Zu schade dass er nur eine Nebenfigur ist.

Nachdem Vin Diesel anfangs wie immer den zynisch coolen Antihelden spielen muss, und nebenbei menschlichen Sondermüll auf amerikanische Art entsorgt, darf er in der zweiten Hälfte des Filmes Gott sei Dank auch normal reden. Zwischendurch gibt er das Rauchen auf, weil sein Feuerzeug einfach nicht funktionieren will - mehr von diesen witzigen Details hätten Babylon A. D. sicher gut getan.

Die beste Szene des ganzen Filmes ist die Verfolgungsjagd der fliegenden Drohnen, die einen Vergleich mit James-Bond-Filmen nicht scheuen braucht. Insgesamt ist das aber einfach zu wenig. Einmal gesehen reicht völlig. Deshalb ist meine Empfehlung: Babylon A. D. entweder im Kino gucken, oder die DVD, das Video, leihen. In einer Sammlung wird er sicher nur zum Staubfänger.

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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 26. September 2008 um 12:57 Uhr  


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