Wir sind die Nacht
Mittwoch, den 27. Oktober 2010 um 13:41 Uhr
schroeder
 Was für ein geiler Film! Und noch dazu hätte mich die Filmmusik fast aus dem Kinosessel gehauen. Aber halt, so wird das nix. So eine Rezension bringt keinem was. Zurück auf Null und nochmal von vorne.
Also, man nehme ein wenig „Lola rennt“, die Dresdener Tatortkommissare Ehrlicher und Kain, ein bisschen aus der „Biss“-Reihe und etwas „Underworld“ und werfe alles in den größten Partykessel dieses Landes, Berlin. Kann aus diesem seltsamen Gebräu von Blockbustern, Serien und Großstadtmythos ein toller Film entstehen? Ja es kann. Und wie! Dennis Gansel (Regie) hat in „Wir sind die Nacht“ ein ganz einfaches Konzept verfolgt. Er nahm aus dem Guten das Beste und schuf aus diesen Versatzstücken etwas Neues. Aber das alleine ergäbe noch immer nicht automatisch einen guten Film. Dazu braucht es auch Charaktere mit ein wenig Tiefgang, aber nicht zu viel, denn schließlich ist „Wir sind die Nacht“ ein Unterhaltungsfilm und kein Kunstwerk wie etwa Wim Wenders „Der Himmel über Berlin“, der ja ebenfalls in der bundesdeutschen Hauptstadt spielt.
Die vier weiblichen Hauptfiguren in Gansels Film sind auch das glatte Gegenteil von Wenders sinnierendem Engel. Sie sind egoistisch, hedonistisch, partygeil und vor allem aber Vampire, die eigentlich nur zwei Dinge fürchten: Tageslicht und Langeweile. Ähnlichkeiten zum Berliner Partyvolk sind natürlich rein zufällig gewollt. Die drei, später vier, Vampiermädels ziehen mordend und saugend nach Lust und Laune durch Polizeiwachen, vernaschen die Passagiere eines Flugzeugs nach einem Kurztrip nach Paris - „du hättest den Piloten nicht töten sollen“ - oder fackeln schnell mal ein paar brutale Zuhälter ab. Zu dumm nur, dass auch die wirklich süßen Kerle nach einem Biss in den Hals das Zeitliche segnen.
Derweil hat die Obervampiressa Luise (Nina Hoss) mit Männern eigentlich gar nichts am Hut. Sie sucht seit Jahrhunderten die „Frau ihres Lebens“ um sie dann mit einem Biss unsterblich zu machen und an sich zu binden. Denn zum Vampir muss man geboren sein. Luise erkennt die richtigen an den Augen. Wie zum Beispiel die junge Lena (Karoline Herfurth), eine Kleinkriminelle, die in einer tristen Plattenbausiedlung aufgewachsen und von ihrer Mutter vernachlässigt worden ist. Sie soll Luises neue Favoritin werden. Die beiden anderen Vampirinnen der Gruppe, Charlotte (Jennifer Ulrich) und Nora (Anna Fischer), werden ihr wohl langsam zu langweilig. Am Ende treibt es das Vampir-Quartett aber dann doch zu bunt und die Polizei kommt ihnen auf die Schliche. Dass sich Lena in den süßen jungen Polizisten - „was bist'n du für'n Bulle?“ - Tom Senner (Max Riemelt, das Vorbild Kain ist deutlich erkennbar) verguckt hat, macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Ganz zum Schluss bleibt die Frage offen: Beisst sie ihn nun, oder nicht? Sie zögert, aber er weiß schon so viel, vielleicht will er es ja selbst.
Besonders im rasanten Finale zaubert Regiesseur Gansel, der auch Teile des Drehbuchs geschrieben hat, immer wieder Bilder auf die Leinwand die wir eigentlich schon kennen, nur um im nächsten Augenblick die Handlung in eine völlig neue Richtung zu treiben. Die Vampirin Charlotte, die in der rechten und linken Hand eine Maschinenpistole hält, ist längst nicht mehr originell, aber im nächsten Moment fliegt sie rücklings durch das Fenster auf die Straße, weil der nette Bulle Tom doch ein wenig schneller war.
So sehr ich mich auch bemühe, ich finde in „Wir sind die Nacht“ nichts, was sich wirklich kritisieren ließe. Einzig Jennifer Ulrich ist für mein Gefühl ein wenig zu jung für die Rolle einer ehemaligen Stummfilmdiva. Andererseits passt sie, so wie ist, hervorragend in das Gesamtbild des Vampirgrüppchens. Zähneknischend gebe ich „Wir sind die Nacht“ alle fünf Blätter, denn vier sieben Achtel wären ja wohl doof.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 27. Oktober 2010 um 17:31 Uhr
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Duell der Magier
Samstag, den 11. September 2010 um 18:30 Uhr
schroeder
 Es gibt in in jeder Branche ein paar Leitsätze und das gilt natürlich auch für den Film und Hollywood. Seit ich „Duell der Magier“ (Regie: Jon Turteltaub) gesehen habe, kenne ich mindestens zwei davon. Erstens: Alfred Hitchcock ist tot. Zweitens: Kein Film mit Nicolas Cage in der Hauptrolle kommt ohne eine Autoverfolgungsjagd aus.
„Duell der Magier“ hätte eigentlich ein tolles Kinovergnügen werden können. Ein etwas angestaubter Magier aus dem alten Irland sucht im heutigen New York nach dem neuen Merlin. Er braucht ihn, um mit vereinten Kräften die kreuzböse Oberhexe Morgaine in die ewigen Jagdgründe zu schicken und nebenbei noch seine große Liebe zu befreien. Das klingt doch nach funkensprühender Action mit einer Prise Witz und einem Schuss Romantik, also genau das, was wir von guten Popcorn-Kino erwarten. Doch leider weit gefehlt. Statt dem keineswegs schrulligen Magier Balthazar Blake (Nicolas Cage) sind die Dialoge reichlich angestaubt und meilenweit weg von jeder noch so kleinen Pointe. Auch der neue Merlin, der junge Student Dave (Jay Baruchel), kommt über müdes Geplapper nicht hinaus. Nur seine ungelenken Annäherungsversuche an die süße Becky Barnes (Teresa Palmer) verbreiten ein wenig Stimmung, aber nicht mehr als in einem x-beliebigen Collegefilm. Schade, schade! Selbst über die Special-Effect-Szenen lässt sich als einzig gutes sagen: Sie haben das heute übliche Niveau, allerdings dürfte das leicht gewesen sein, denn variantenreich sind sie nicht.
Also was haben wir in der Trickkiste: Blake und sein Gegenspieler der böse Maxim Horvath (Alfred Molina) klatschen sich gegenseitig mit magischen Kräften gegen die nächste Wand und bewerfen sich mit blauen Plasmablitzen. Und dann gibt es noch den „Ungarischen Spiegelzauber“, der das Opfer in eine andere Welt schickt und ein wenig Treibsand im obersten Stockwerk eines Wolkenkratzers. Dazu kommen drei niedliche Tierchen: Ein stählerner Adler und ein bronzener Bulle werden lebendig und ein chinesischer Festdrache verwandelt sich ein ein echtes Untier. Das ist dann aber auch schon alles. Und eine Verfolgungsjagd in Sportwagen ist nett, aber leider auch nichts besonderes. Fantasy leitet sich von Phantasie ab und gerade die ist bei „Duell der Magier“ sträflich zu kurz gekommen. Von wirklich professionellen Arbeitsweisen, wie ausgeklügelter Kameraarbeit oder „Suspense“ im Sinne von Alfred Hitchcock will ich gar nicht reden. Das sind wohl allgemein betrachtet zu phantastische Wünsche in der Zeit des Knall- und Rums-Kinos. „Duell der Magier“ bekommt von mir ein Blatt, denn sicherlich kann ich mir vorstellen, dass jemand einen noch schlechteren Film dreht. Aber nicht viel schlechter.
2012
Dienstag, den 12. Januar 2010 um 13:17 Uhr
Celethoron
Roland Emmerich erinnert immer mehr an einen kleinen Jungen, der mit großer Freude Papas Modelleisenbahn in Stücke zerlegen darf und dabei die Videokamera mitlaufen lässt. Während er sich in Independence Day (1996) noch mit der Zerstörung der Hauptstädte zufrieden gab, durfte er in The Day After Tomorrow (2004) bereits die gesamte nördliche Halbkugel mittels Gefrierbrand vernichten. In 2012 wird schließlich die ganze Welt umgekrempelt.
Independence Day lebte von den zu diesem Zeitpunkt noch ungewöhnlichen Zerstörungsszenen und vor allem von den witzigen Hauptdarstellern Will Smith und Jeff Goldblum. Mittlerweile reichen coole CGI-Effekte jedoch nicht mehr aus, um die hohen Eintrittspreise an den Kinokassen zu rechtfertigen. Stattdessen sollte man im Jahr 2009 den Wert einer guten Story erkannt haben, denn in jedem Computerspiel ist heute mehr Handlung als in vielen Hollywoodfilmen (was vielleicht der Grund ist, weshalb immer mehr Computerspiele verfilmt werden…).
Wer mit 2012 auf eine Trendwende hoffte, dürfte schwer enttäuscht sein. John Cusack ist sichtlich bemüht, vor den gewaltigen Bildeffekten eine gute Figur zu machen. Als gescheiterter Familienvater wird er im Verlauf der Krise zum Held, wirkt jedoch oft gelangweilt und völlig unbeeindruckt. Vor kurzem kämpften bereits Tom Cruise und Nicolas Cage in gleicher Mission und machten eine bessere Figur.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Juli 2010 um 12:59 Uhr
NEW MOON - Biss zur Mittagsstunde
Dienstag, den 05. Januar 2010 um 01:16 Uhr
Celethoron
 Eigentlich haben sie alles richtig gemacht! Angesichts der großen Aufmerksamkeit durch das weltweite Publikum, und angespornt durch den kommerziellen Erfolg des Vorgängers, ließ man bei der Produktion von New Moon, der Verfilmung des zweiten Romans der Twilight-Saga rund um die Liebesgeschichte von Bella und Edward von Stephenie Meyer, nichts dem Zufall überlassen. Die Darsteller standen diesmal unter der Regie des erfahrenen Mainstream-Regisseur Chris Weitz, der Soundtrack wurde von dem bewährten Komponisten Alexandre Desplat beigesteuert und der Film mit aktuellen und stimmigen Songs unterlegt. Insgesamt wirkt die Produktion professioneller, die Trickeffekte sind deutlich besser und der Volturi-Clan wurde mit bekannten Schauspielern (Michael Sheen und Dakota Fanning) besetzt.
Und trotzdem funktioniert es diesmal nicht so richtig. Liegt es etwa daran, dass der Charme der Independent-Produktion des ersten Teils zwischen die Zahnräder Hollywoods geraten ist? Ist der Reiz der verbotenen Romanze zwischen einer Sterblichen und einem Vampir verflogen und gab die Romanvorlage überhaupt genügend her?
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Juli 2010 um 13:11 Uhr
STAR TREK XI
Montag, den 11. Mai 2009 um 20:56 Uhr
Celethoron
 Nach Batman, Superman und James Bond bricht auch die Besatzung der Enterprise zu neuen Ufern auf, um paradoxerweise zu ihren Ursprüngen zurückzukehren: Star Trek, die Originalserie, war zu ihrer Zeit modern, wegweisend und setzte Trends. Ihre Nachfolger konnten diesen Anspruch nicht mehr zur Gänze erfüllen und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die letzten Traditionalisten keine Lust auf alte Geschichten in neuen Uniformen hatten. Star Trek: Enterprise wurde vorzeitig abgesetzt, das passierte zuletzt der Originalserie im Jahr 1969.
Ein radikaler Neuanfang, quasi ein RESET des Franchise, musste her um die Marke Star Trek wieder zu aktivieren. Mit dieser schwierigen Mission wurde J.J. Abrams beauftragt. Abrams hat nach LOST, Alias und Fringe nicht nur ausreichend Erfahrung mit TV-Serien gesammelt, sondern als Regisseur von Mission Impossible III und Produzent von Cloverfield bereits die große Leinwand kennengelernt.
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Juli 2010 um 13:02 Uhr
Knowing
Freitag, den 01. Mai 2009 um 00:07 Uhr
Celethoron
 Eine spannende Idee! Der Trailer verrät bereits den Kern der Geschichte: Vor 50 Jahren malten und schrieben die Kinder einer Grundschule ihre Visionen der Zukunft auf ein Blatt Papier und versenkten diese danach für nachfolgende Schüler in einer Zeitkapsel auf dem Schulgelände. Als die Kapsel in der Gegenwart gehoben und die Briefe an die Kinder einer neuen Klasse verteilt werden, beginnen die Probleme für den von Nicolas Cage dargestellten Jonathan „John“ Koestler. Sein Sohn Caleb erhielt den Brief von Lucinda, die in ihrem Brief nur eine Unmenge von Zahlen aufschrieb. John erkennt sehr bald, dass diese Zahlen eine Bedeutung haben. Auf den Tag genau sind die schlimmsten Katastrophen der nächsten 50 Jahre erfasst und langsam nähert sich die Liste ihrem Ende…
Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 24. Juli 2010 um 13:02 Uhr
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