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Juli 2011 - Editorial

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Die Unvollendeten…


Die meisten von uns lieben auch Filme oder Serien. Am schönsten ist es, wenn eine gute Geschichte spannend verfilmt wird oder in Serie geht. Der größte Ideengeber für Filme und Romane ist nach wie vor die Belletristik. Große Erwartungen haben Literaturfans, wenn ihr Lieblingsroman verfilmt wird. In der Vergangenheit wurden diese Erfahrungen leider selten erfüllt.
Eine mehrteilige Serie bietet die Chance, auch kleinere Details der Story oder Protagonisten auszuleuchten. Die neue HBO Serie „Game of Thrones“ zeigt eindrucksvoll, wie man es richtig macht und setzt sich deutlich von anderen Billigproduktionen der letzten Jahre ab.

Die Kinoverfilmung von „The Lord oft the Rings“ ist sicher für viele weitere Jahre ein Maßstab für alle Filmschaffenden. Und das nicht nur in Hinblick auf das Ergebnis, sondern auch für die Produktion.

New Line Cinema und Peter Jackson nahmen ein großes Risiko in Kauf, als sie die Verfilmung der Trilogie in einem großen Projekt begannen. Dazu gehörte nicht nur ein vollständiges Drehbuch und die Vorstellung wie alles enden soll, sondern auch die langfristige Verpflichtung der Schauspieler. Letztere gehörten nicht durchgehend zur ersten Riege der Hollywoodstars, aber dies hielt die Zuschauer nicht davon ab in die Lichtspielhäuser zu stürmen.

„His Dark Materials“ barg sicher ebenfalls genug Potential um ein fantastisches Kinoerlebnis zu werden. Doch hatten die Kreativen diesmal nicht genug Mut um in die epische Geschichte einzutauchen. Stattdessen wurde viel Geld für bekannte Hauptdarsteller ausgegeben, welche die kurzatmige Handlung mehr oder weniger vorantrieben.
So entstand ein oberflächlicher Familienfilm, der den wahren Kern seiner Vorlage nur erahnen lässt und weit von einem befriedigenden Ende entfernt ist. Nicht umsonst glänzte „Der Goldene Kompass“ nur kurz auf, um danach in der Versenkung zu verschwinden. Vielleicht verschwand er sogar im gleichen Meer, über das „Die Morgenröte“ im letzten Teil der Narnia Reihe segelte. Auch hier ist die Verfilmung der verbliebenden Romane eher fraglich.

Seit kurzem läuft im deutschen TV das Remake der Serie „V“. Lohnt es sich überhaupt reinzuschauen? Ja, wenn man Science Fiction mag und beeindruckende Effekte im Fernsehen sehen möchte. Nein, wenn man keine Lust auf halbfertige Geschichten hat. Wer mag schon  wertvolle Zeit in eine „neue“ Serie zu investieren, die in ihrem Ursprungsland schon längst wieder abgesetzt wurde?
Einen etwas anderen Weg ging die Serie „Babylon 5“. Ohne konkrete Romanvorlage, blieb der Zuschauer nach Einstellung der Serie hilflos zurück. Doch dann wurde der Abschluss der Serie in autorisierter Romanform zu Ende gesponnen.

Welche Lehren kann man daraus ziehen? Autoren, hegt und pflegt Eure Lizenzen und verscherbelt sie nicht an Produzenten, die sich nicht für das Ende der Geschichten interessieren. Es wäre doch zu schade, wenn man die Pullmans, Lewis oder Martins dieser Welt mit unvollendeten Filmen oder Serien in Verbindung bringt.
Den Zuschauern bleibt nichts anderes übrig, als ins Bücherregal zu greifen um das Ende der Geschichten zu erfahren. Und das lohnt sich wirklich.

 

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