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April 2011 Editorial

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Hallo Elendiler!

Über Geschmack lässt sich gut streiten. Das ist ein alter Spruch, aber eigentlich will ich doch nicht darüber streiten, sondern nur genießen was mir gefällt. Das ist alles. Geht es euch da nicht genauso? Gerade wenn es um Kinofilme geht, muss sich glaube ich niemand für seinen Geschmack rechtfertigen.

Kürzlich hat sich der US-amerikanische Regisseur Zack Snyder (300, Watchmen) in einem Interview darüber beschwert, dass die Kritiker die versteckte Ironie in seinem neuen Streifen „Sucker Punsh“ nicht bemerkt haben. Er glaubt sogar, dass US-Amerikaner grundsätzlich kein Verständnis für Ironie haben. Ich sehe ja nun die USA sehr gerne mit kritischen Augen, aber das glaube ich nun wirklich nicht. Außerdem frage ich mich, welche Bedeutung Ironie in einem gewaltverliebten Streifen wie „Sucker Punch“ (soviel lässt sich aus dem Trailer schon erkennen) eigentlich haben kann? Dass Gewalt ganz ganz arg böse ist? Also das wissen wir ja wohl seit wir drei Jahre alt sind. Was kann es also sein? Ehrlich gesagt weiß ich das nicht und vielleicht muss ich mir den Film ganz ansehen, um darauf eine Antwort zu finden.

Die grundsätzliche Frage bleibt also: Mag ich gewaltverliebte Filme? Das muss ich trotz aller moralischer Bedenken mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Jeder Actionfilm lebt zum größten Teil von Gewaltszenen, etwas anderes zu behaupten würde bedeuten sich selbst zu belügen. Aber ich kann von mir sagen, dass ich nicht jeden Actionfilm mag. Ich mag sie dann nicht, wenn außer Gewalt gar nichts eine Rolle spielt. Hard-Core-Action-Filme treffen eben nicht meinen Geschmack. Und ich fürchte „Sucker Punch“ ist so ein Streifen. Ich sehe allerdings auch keinen Grund, warum ich Leute verurteilen sollte, die diesen Film mögen.

Sicher haben Gewaltfilme psychisch labile Charaktere in Ausnahmefällen zu Gewalttaten inspiriert. Aber diese Menschen waren ohnehin gefährlich. Wenn es nicht ein Film gewesen wäre, hätte etwas anderes ihre Taten ausgelöst. Dieses Problem muss auf eine andere Art gelöst werden, aber das gehört nicht hierher. Die überwältigende Mehrheit der Menschheit ist in der Lage zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Also dürfen wir uns auch Gewaltfilme ansehen und es bleibt eine Frage des Geschmacks. Oder?

 

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