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Februar 2011 Editorial

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Wer unsere Editorials aufmerksam verfolgt, ahnt schon beim Anblick des Namens der Verfasserin, was neben ihr steht. Jawohl, ganz genau. Eine kleine Tasse frischen Espressos. Die Beine legér überschlagen, fliegen meine Finger über die Tastatur um ein paar Gedanken in Worte zu fassen.

Die ersten Sonnenstrahlen bahnen sich sanft ihren Weg durch die schmalen Schlitze der Jalousien. Es wirkt, als ob sie sich leise wie eine Katze an mich heranschleichen wollen. Mir ins Ohr flüstern "Der Frühling naht, spürst du es? Riechst du es?". Ganz ehrlich?! Ich muss beides verneinen. Obgleich ich die Wärme und die Sonne genieße. Das warme Licht ist Balsam für meine Seele und wenn ich die vielen Spaziergänger mit ihrem friedlichen Gesichtsausdruck sehe, bin ich damit nicht alleine.

Dennoch schaffen es nicht alle Menschen ihre Batterie mit der natürlichen Energie aufzutanken. In meinen Arbeitspausen sehe ich sie die Flure entlang hetzen. Ihre Arme, vollgepackt mit Unterlagen und einem Ausdruck der Resignation in den Augen. Manche wütend und unverstanden. Nur selten verlassen sie mit einem Gefühl der Erleichterung das Haus. Meine Kollegen von der speziellen Abteilung beneide ich keineswegs. Auch hier der Unterschied zwischen den Menschen. Die Einen, die im Selbstmitleid versinken, die Anderen, die sich einen Ausgleich schaffen. Das böse Wort "Burn-Out" zieht in unseren Reihen seine Kreise. Nicht nur bei den Klienten.

Kraftlosigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Faulheit. Chaos nicht gleich Dummheit. Nur wer einmal für seine Arbeit, für sein Leben entbrannt ist, kann auch ausbrennen. Soweit darf es allerdings nicht kommen. Ein Burn-Out ist keine leichte Erkältung, die in ein paar Tagen verschwindet. Sie ist keine mentale Verstimmung, die ein paar Wochen andauert. Der zurückgebliebene Mensch ist in seinen Grundfesten erschüttert, gleicht im Inneren einer Ruine. Dieses Haus genannt Seele wieder aufzubauen, Stein für Stein, erfordert Therapie, Verständnis, Toleranz und Ausdauer. In den letzten Jahrtausenden hinterließen Kriege immer Narben in Landschaft und Volk. In unserer Gesellschaft hat sich nur der Kriegsschauplatz verlagert. Die Waffen sind andere geworden. Ein Irrglaube, dass die Menschen früher stärker im Nehmen waren.

Wieder geht jemand Richtung Ausgang. Die Sonne scheint hell durch die Glastüren und lässt die feinen Staubpartikeln wie kleine Diamanten funkeln. Der Unbekannte drückt die Türe auf, dreht sich zu mir um und fragt im gebrochenen Deutsch, ob er mir aufhalten soll. Ich lächle und verneine. Vertrete mir ja schließlich nur kurz die Beine. Sein faltiges Gesicht verzieht sich zu einem breiten Grinsen. Es sei ein so schöner Tag, ich soll doch bloß nicht im Büro bleiben. Ich lache und nein, in der Mittagspause werde ich rausgehen. Versprochen, mein Ehrenwort.

So ein wundervoller Tag, in einem Leben voller Hoch und Tief´s. Ein jeder Tag ist eine neue Chance um glücklich zu werden. Oder besser gesagt, hin und wieder braucht man einen freundlichen Tritt in den Hintern :).

Wartet.... ich glaube, jetzt kann ich es auch riechen. Jaaaa, der Frühling naht!!!

Tolka

 

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