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Brandmale

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1 September 2000

Es war schon später Abend, als Ray den Schlüssel in dem altmodischen Schloss herumdrehte und Mathildas Landhäuschen betrat.
Einen Augenblick lang blieb er in dem dämmrigen Licht stehen und sah sich in dem winzigen vorderen Zimmer um. Es hatte sich kaum verändert seit jenen Sommern, in denen er mit seinen Eltern vor so vielen Jahren hierher gekommen war. Doch das Häuschen und vor allem dieser Raum waren viel kleiner, als er sie in Erinnerung gehabt hatte.
Vielleicht, dachte er ironisch, war ich selbst damals einfach viel kleiner gewesen als jetzt.
Ray drehte sich um, schloss die knarrende Haustür und ging die paar Schritte bis in die Zimmermitte. Instinktiv, wenn auch unnötigerweise, duckte er sich dabei unter den Balken, die sich über die mattweiße Zimmerdecke hinwegzogen.
An den Wänden des Zimmers standen Bücherregale, die überwiegend mit ordentlich aufgestellten, abgegriffenen Taschenbüchern gefüllt waren. Das abgenutzte Mobiliar war mit seiner Besitzerin alt geworden, und die meisten fadenscheinigen Polster waren unter karierten Decken und bunten Überwürfen versteckt. Und dort, wo der Teppich nicht bis zu den Scheuerleisten reichte, waren blanke Holzdielen zu sehen, die vor Alter und nach Jahren des Bohnerns fast schwarz waren.
Ray lächelte, und wie so oft, wenn er lächelte, berührte er dabei prüfend seine Wange, als ob er herausfinden wollte, wie die Muskeln auf diese Bewegung reagierten.
Sie fühlten sich steif an, doch sie besserten sich langsam. Die Narben schienen nicht mehr so starr zu sein, oder vielleicht war es einfach nur so, dass er es dieser Tage riskierte, etwas häufiger zu lächeln.
Er ging quer durch den Raum zum Kamin. Ein Feuer war zuvor darin angezündet worden, und die Kohlen strömten noch eine schwache Wärme aus. Das Häuschen hatte monatelang leer gestanden, doch die Anwälte hatten ihm zugesichert, sie würden dafür sorgen, dass es gereinigt und gelüftet wurde, bevor er es in Besitz nahm. Ray fragte sich, wie sehr diese Leistung ihre Rechnung in die Höhe treiben würde.
Zwei kleine Tische hielten zu beiden Seiten des Feuers Wache. Das waren die Dinge, an die Ray sich von seinen früheren Besuchen hier am deutlichsten erinnerte. Zwei niedrige runde Tische, auf denen sich eine Ansammlung von seltsamen und - wie seine Mutter sie gern nannte - unnützen Dingen befand. Für das Kind, das er damals gewesen war, war das einzig Gute an diesen ansonsten langweiligen Erwachsenenbesuchen gewesen, dass es mit Mathildas Sachen spielen durfte. Und er vermutete, dass seine Mutter Recht damit gehabt hatte, dass sie unnütz waren. Seltsam geformte Steine, eine Spielzeug-Feuerspritze, eine Schneekugel und eine bemalte Blechdose, die Teile von zerbrochenem Modeschmuck enthielt. Ihr mit ausländischen Münzen gefülltes Gegenstück stand auf dem anderen Tisch. Als er jetzt alle diese Dinge berührte, erinnerte er sich an die Freude, mit der er damals zu erraten versucht hatte, was Tildey ihrer Sammlung seit seinem letzten Besuch wohl hinzugefügt haben mochte. Und er erinnerte sich auch an die Schuldgefühle, die er gehabt hatte, als er zwei Münzen aus Tildeys Dose stibitzt hatte. Drei schreckliche Monate lang hatte er sie bis zum nächsten Besuch behalten und dann heimlich wieder zurückgelegt.
Ray ging in die Küche hinüber und schaute durch das Bogenfenster hinaus auf das, was einmal Mathildas Garten gewesen war.
Es hätte ihr das Herz gebrochen, wenn sie ihn in diesem Zustand gesehen hätte. Von Unkraut überwuchert, die Spaliere von den Frühjahrsstürmen abgerissen und nie wieder repariert, die gelben Kletterrosen zu Boden gefallen und vom gestrigen Regen verschmutzt. Er lehnte sich müde an den Küchentisch und betrachtete die Schränke im Stil der Fünfzigerjahre, die hochmodern gewesen sein mussten, als Mathilda sie sich angeschafft hatte. War er hungrig? Vage dachte er, dass er wirklich etwas essen oder zumindest nach draußen zum Wagen gehen und die Lebensmittel hereinholen sollte. Vielleicht würde er das noch tun, ehe er zu Bett ging.
Ungeduldig zwang er sich, etwas zu unternehmen. Er inspizierte den Zustand des Kühlschranks und der Speisekammer und war erleichtert, dass sie sauber waren und der Kühlschrank funktionierte, obwohl der muffige Geruch nach so langer Nichtbenutzung ihm unangenehm in die Nase stieg.
Zweimal ging er zum Wagen hinaus und holte das Gepäck und den Karton mit den Lebensmitteln, die er unterwegs eingekauft hatte. Wieder überlegte er, ob er etwas essen sollte, doch die Wochen, die er untätig im Krankenhaus verbracht hatte, schienen ihm all seine Kräfte geraubt zu haben, und Ray beschloss, dass er sich damit jetzt nicht befassen wollte. Er ließ die Koffer am Fuß der Treppe zurück, wo er sie abgestellt hatte. Langsam stieg er die Treppe hinauf und ging den winzigen Korridor entlang zu dem Zimmer, das früher Mathildas Schlafzimmer gewesen war.
Jemand war so aufmerksam gewesen, das Bett zu beziehen. Er dankte demjenigen, wer immer es auch gewesen sein mochte, und setzte sich mit einem ungelenken Plumps auf die Bettkante. Die Fenster waren niedrig und befanden sich jetzt, da er saß, in Augenhöhe. Zu seiner Überraschung entdeckte er, dass er zwischen den obersten Zweigen des Apfelbaums hindurch in Mathildas Garten hinausschaute. Er konnte den Kirchturm sehen, der noch immer die schief hängende Wetterfahne trug, an die Ray sich von früher her erinnerte. Darunter erstreckte sich der Wald von Southby.
Für einen Septemberabend war es warm. Sehr warm, und Ray war schrecklich müde. Und das Bett war fast unerträglich weich.
Unwillkürlich glitt Ray in den Schlaf hinüber.

Sie wünschte, sie könnte mehr als ein Stückchen Himmel sehen. Mehr als nur den flüchtigen Blick auf die Sonne, den sie erhascht hatte, als man sie aus dem Wagen und ins Gerichtsgebäude zerrte. Doch selbst in diesen wenigen Augenblicken war der Geruch der frischen Luft paradiesisch.
Es hatte geregnet. Die Gärten würden es brauchen. Sie hatten ihr erzählt, dass der Sommer sehr trocken gewesen sei.
Wer kümmert sich um meinen Garten?, fragte sie sich.
Hat sich irgendjemand die Mühe gemacht? Oder war er jetzt Gift, weil sie ihn liebte?
Der Duft von Lavendel und süßem Thymian. Oder Rosmarin. Rosmarin für Gedenken und Tugend.
Sie wünschte, das Ganze wäre vorüber und sie könnte schlafen, schlafen an einem Ort, an dem es keine Träume gab.

2
Der Morgen brachte Verwirrung. Wo war er? Und warum hatte er in seinen Kleidern geschlafen und ein Bein über die Bettkante baumeln lassen? Ray brauchte ein paar Minuten, um die Antworten auf diese Fragen deutlich im Kopf zu haben. Und einige weitere Minuten, in denen er sich zögernd aufsetzte, um sich darüber klar zu werden, dass er tief geschlafen hatte, ohne die Träume, die ihn bisher immer geplagt hatten.
Dieses Wissen allein gab ihm ein gutes Gefühl und ließ ihn ungeduldig aufstehen. Er zerrte einen seiner Koffer, die unten am Fuß der Treppe lagen, zum Schlafzimmer hinauf, eine Aufgabe, die er nur unbeholfen erledigen konnte, weil seine verletzten Hände über so wenig Kraft verfügten. Die Physiotherapie hatte viel gebracht; noch vor sechs Monaten hatte er nicht einmal daran denken können, selber Auto zu fahren. Und doch hatte er noch immer einen langen Weg vor sich.
Er suchte sich frische Kleider heraus und überredete den alten Gasboiler im Badezimmer mit einiger Mühe dazu, ihm genügend Wasser für sein Bad zu liefern.
Der Boiler war langsam und knickerig. Ray marschierte gereizt zwischen Badezimmer und Schlafzimmer hin und her, während er darauf wartete, dass sich die Badewanne füllte, und nutzte die Zeit dazu, eine Unterbringungsmöglichkeit für wenigstens einen Teil seiner Kleidungsstücke zu finden.
Der Herd, der überraschend neu aussah, wenn man bedachte, dass er sich in Mathildas Haus befand, funktionierte ein bisschen besser, und Ray machte sich rasch Frühstück. Dazu kochte er das Wasser für seinen Kaffee in einer Kasserolle und nahm sich vor, einen Wasserkessel auf die Liste »Nötige Dinge« zu setzen.
Um Viertel nach neun hatte er die Küche aufgeräumt, war mit dem Auspacken fertig und verspürte eine Energie und ein so klares Denkvermögen, wie er es lange Zeit nicht mehr empfunden hatte. Vielleicht hatten die Ärzte ja Recht gehabt. Fangen Sie irgendwo ganz neu an. Nun, er konnte sich schlimmere Orte als diesen vorstellen, und es lag durchaus im Bereich des Möglichen, dass er von hier aus zur Arbeit fahren konnte.
Er drängte diese Vorstellung zurück, noch ehe sie sich weiter entwickeln konnte. Die Gedanken, seine Arbeit wieder aufzunehmen, waren bis jetzt sozusagen unproduktiv gewesen; er versuchte, ihnen so wenig Zeit wie möglich zu widmen.
Er ging ins Badezimmer zurück, bereitete sich auf das Rasieren vor und starrte sich im Spiegel an. Er hatte sich noch nie sehr gern rasiert, doch jetzt kam erschwerend hinzu, dass nur noch Teile seines Gesichts eine Rasur brauchten. Ein Gitterwerk von Narben überzog seine linke Wange und auch einen Teil seines Kinns. Die rechte Gesichtshälfte dagegen war nahezu frei von irgendwelchen Verletzungsspuren. Auf der linken Seite jedoch wuchs der Bart in seltsamen kleinen Büscheln, die wie Inseln zwischen der übermäßig glatten Narbenhaut aussahen. Er hatte mit einem Bart experimentiert, es jedoch wieder aufgegeben, weil er weder das Jucken noch diesen patchworkartigen Anblick ertragen konnte. Das zweimal täglich durchgeführte Ritual mit dem Rasiermesser war also wieder aufgenommen worden, und er nahm es hin, so gut er konnte, und fügte es einer seiner anderen Listen hinzu: derjenigen mit dem Titel »Anzeichen für die Rückkehr zur Normalität«.
Als er ins Schlafzimmer zurückkehrte, schaute er noch einmal auf das Durcheinander des Gartens und die Kirche dahinter. Mathilda war dort nicht bestattet worden; sie hatte ihre Asche nur verstreuen lassen, weil der Friedhof voll war und es undenkbar für sie gewesen wäre, dass man ihre sterblichen Überreste irgendwo anders gelassen hätte. Die Anwälte hatten ihm gesagt, dass es dennoch einen kleinen Grabstein gab, und er fand, dass er hinübergehen und ihn suchen sollte. Und dass er auch ein paar Blumen mitnehmen sollte, weil sich das wohl so gehörte.
Ray stieg die Treppe wieder hinab, ging in den Garten hinaus und schnitt mithilfe eines Küchenmessers sieben der am wenigsten beschädigten gelben Kletterrosen ab. Es war schwierig, sie so abzuschneiden, dass die Stiele genügend lang waren. Diese Rosen waren nicht für den Blumenladen gezüchtet worden. Sie hatten einen echten Duft und das leicht verwilderte Aussehen von nicht ganz gezähmten Lebewesen. Und sie hatten Dornen. Er sog an seinen verletzten Fingern und hielt die Rosen behutsam fest, während er nach etwas suchte, das er seinem Strauß hinzufügen könnte. Rosmarin von dem Busch neben der Hintertür, und Lorbeer. Er versuchte, Zweige aus dem Kissen des duftenden Thymians herauszuziehen, der den Gartenweg zu überwuchern drohte, doch dieser schien nicht bereit, sich pflücken zu lassen, ohne dass die Wurzeln mit herauskamen und sich gleichzeitig auch noch der ganze Busch aus der Erde zu lösen drohte. Weil er sich schuldig fühlte, dass er die Unordnung noch vergrößert hatte, drückte Ray ihn vorsichtig an Ort und Stelle zurück und ging mit seinen restlichen Fundstücken wieder ins Haus. In der Küche wickelte er die Stiele in Folie ein, um seine Hände vor den hinterhältigen Dornen zu schützen.
Zehn Minuten lang suchte er auf dem Friedhof nach Mathildas Gedenkstein. Er war nicht schwer zu finden, eine einfache Steintafel, die man dicht neben der Kirchentür aufgestellt hatte. Sie trug eine Inschrift aus in Holz eingelegten Messingbuchstaben. MATHILDA O'DONNEL. JUNI 1917 - MAI 2000. Das war alles. Keine Botschaft und auch kein formelles Bedauern. Ray hatte das Gefühl, er sollte traurig darüber sein, dass nicht mehr vorhanden war, doch er konnte nicht. Die Gedenktafel war typisch für Mathilda, nüchtern und knapp, und dennoch mit einem Gefühl für Ästhetik. Er legte seine Blumen davor ab, ging vorsichtig in die Knie und fuhr mit den Fingern die Buchstaben ihres Namens nach. Mathilda O'Donnel. Seltsam, aber er hatte kaum jemals darüber nachgedacht, dass sie einen Nachnamen haben könnte, und wenn doch, dann hätte er bestimmt angenommen, dass es sein eigener Name gewesen wäre.
Verlegen räusperte Ray sich und sah sich um, um sicher zu sein, dass er unbeobachtet war. »Ich bin ein bisschen spät dran«, sagte Ray sanft. »Ungefähr vier Monate zu spät, und ich weiß nicht einmal, was du vom Sterben gehalten hast. Daher weiß ich auch gar nicht, was ich dir sagen soll.«
Völlig unerwartet spürte Ray, dass sich Tränen in seinen Augenwinkeln sammelten. Er wischte sie mit dem Rücken seiner großen Hand ab und erhob sich eilig, ehe weitere herabfallen konnten.
»Ich sollte mir lieber eine Beschäftigung suchen«, sagte er sich und ließ zu, dass seine Gedanken sich anderen Dingen zuwandten. Zum Beispiel, was er benötigen würde, um Mathildas Garten wieder auf Vordermann zu bringen, und wie er herausfinden konnte, wer das Haus gesäubert hatte, und dass er seinem Anwalt mitteilen sollte, ob er in dem Häuschen wohnen oder es verkaufen wollte. Die Liste nahm kein Ende.
Da er schon wieder ungeduldig wurde, machte er abrupt kehrt und ging zurück in Richtung Dorf, um all die Dinge zu kaufen, die er brauchte. Dabei nahm er sich fest vor, dass er den Anwalt anrufen würde, sobald er wieder zu Hause war. Und danach würde er anfangen, sich mit dem Garten zu beschäftigen.
Zu Hause. Es war komisch, doch Ray stellte fest, dass er das Häuschen schon jetzt dafür hielt. Er würde das seiner Liste der Anzeichen für Normalität hinzufügen müssen. Es war ein gutes Wort für diese Liste.

Es dauerte länger, als Ray erwartet hatte, um vom Dorf aus nach Hause zurückzugehen. Jeder, den er traf, schien zu wissen, wer er war, und wollte sich mit ihm unterhalten. Wollte ihn fragen, ob er zu bleiben gedachte und wie er sich jetzt fühlte. Es war gleichzeitig erfreulich und anstrengend. Er antwortete ihnen, so gut er konnte, und erzählte jedem, der danach fragte, dass er vielleicht in dem Häuschen bleiben würde, und er nahm ihre Reaktionen auf seine Narben gelassen hin. Er hatte sich mittlerweile an die gesamte Bandbreite dieser Reaktionen gewöhnt, die von offenem Entsetzen bis zu verlegenem Wegschauen reichten. Doch resigniert hatte er nicht. Die Menschen reagierten hier wie überall. Manche machten den deutlichen Versuch, ihn offen anzusehen, um ihm allzu bemüht zu zeigen, dass sein Aussehen sie gar nicht interessierte. Andere scharrten mit den Füßen und schauten überallhin, nur nicht auf Ray. Dann wollte er ihnen immer den Kopf gewaltsam drehen, damit sie ihm die Augen sahen.
Es war fast elf, als er zu seinem Häuschen zurückkehrte. Jemand sang, als er die Eingangstür öffnete. Im ersten Augenblick dachte er, dass der Gesang von draußen kam, vielleicht vom Kirchhof. Aber nein. Die inbrünstige Melodie von »Onward Christian Soldiers«, mit mehr Begeisterung als Können gesungen, wurde in seiner eigenen Küche geschmettert.
Rays erster Impuls war, lautlos zum Kamin hinüberzuschleichen und den größten Schürhaken zu packen. Er verwarf das sofort. Diebe machten normalerweise nicht auf ihre Anwesenheit aufmerksam, indem sie in der Küche ihrer Opfer sangen. Stattdessen durchquerte er den Raum, rief laut genug, um sich über den Lärm hinweg bemerkbar zu machen, und öffnete die Küchentür.
»Hallo. Wer ist da?«
Die Frau, die an seinem Küchentisch eifrig Blumen arrangierte, wandte sich ihm mit einem breiten Lächeln zu. »Oh, hallo. Sie müssen Ray sein.«
»Äh, ja.« Er war mehr als überrascht, von dieser unbekannten Frau mit seinem Vornamen angesprochen zu werden. Plötzlich lagen seine Hände in den ihren und wurden beide begeistert geschüttelt, und er hatte den starken Verdacht, dass er gerade eben noch einer ebenso überschwänglichen Umarmung entgangen war.
»Evie Padget«, stellte sie sich vor. »Ich habe für Ihre Tante sauber gemacht.«
»Oh«, sagte er nur, während er langsam begriff. »Dann, äh, waren Sie das, die das Haus für mich hergerichtet hat.«
Sie nickte strahlend. »Aber es war gar nicht so viel zu tun, mein Lieber, wir haben uns schon lange bemüht, es für Sie in Schuss zu halten. Seit Ihre Tante gestorben ist, bin ich regelmäßig einmal die Woche hergekommen. Es wäre ja eine Schande, hab ich gesagt, wirklich eine Schande, wenn man das Haus verkommen lassen würde, wo Sie noch nicht in der Lage waren, es zu übernehmen.«
Sie hatte jetzt seine Hände losgelassen, packte emsig seine Einkäufe aus und räumte sie fort. »Ah!«, rief sie sehr zufrieden aus. »Sie haben sich einen Wasserkocher gekauft. Den werd ich gleich mal für Sie auskochen, und dann können wir gleich noch mal Wasser heiß machen und eine schöne Tasse Tee miteinander trinken.«
Ray starrte sie nur an. Er war zwar von ihr buchstäblich überrannt worden, doch die schiere Begeisterung, mit der sie ihn begrüßt hatte, machte es schwierig, ihr das übel zu nehmen.

384 Seiten
€ 9,00 [D]
Goldmann Verlag
3-442-45027-6

 

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